Safer Internet

 

 

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Das klingt ja gut, was ich neulich in meinem Mail-Postfach fand. „Sehr geehrter Herr Stolte“, las ich da, „zum Safer Internet Day veranstalten wir eine Lesung unter dem Titel ,Lesen gegen Überwachung – unser Beitrag zum Safer Internet Day.‘“ Beim Veranstaltungstag würden Texte vorgetragen, die die Hintergründe der Überwachung beleuchteten, anschließend gebe es Raum für Fragen, Anregungen und auch Diskussionen über mögliche Handlungsoptionen. „Denn“, so heißt es im Anschreiben weiter, „seit dem Sommer 2013 wissen wir, dank Edward Snowden, in welchem Ausmaß unsere Kommunikation und unser Handeln im Netz gespeichert und analysiert werden.“

Recht hat sie die Initiative, dachte ich mir und las weiter: „Die Systeme zur vollumfänglichen Überwachung und Kontrolle werden derweil weiter ausgebaut.“ Genau das müssen wir verhindern, dachte ich, wie gut, dass es den Verein Digitalcourage e. V. gibt, der seit dem Jahr 1987 tapfer und unerschrocken von seinem Hauptsitz in Bielefeld aus bundesweite Treffen organisiert und lokale Gruppen unterstützt. Und dann dachte ich, woher wissen die Brüder  meinen Namen,  und wer hat ihnen gesagt, dass ich Journalist bei der Stuttgarter Zeitung bin? Und wo liegt eigentlich Bielefeld??

Mein Tipp: Lesen Sie weiterhin Tageszeitungen. Bestimmt können die Staats- und Verfassungsschützer dieser Erde mit Cookies und Trojanern genau feststellen, welche Informationen Sie sich wie lange anschauen, um dann abzuleiten, welcher politischen Couleur Sie zuzurechnen sind.

Um jedoch herauszufinden, welcher Artikel in der Tageszeitung Sie interessiert, müssen diese Leute schon einen Mann abstellen, der Ihnen am Frühstückstisch über die Schulter guckt. Und dieser  würde Ihnen erstens auffallen und zweitens besteht die wenn auch geringe Möglichkeit, dass dieser Geheimdienstmann durch die Lektüre von Zeitungsartikeln, die sich grundsätzlich für Menschenrechte, Meinungsfreiheit und Demokratie einsetzen, gelegentlich  über seinen eigenen Job nachdenkt.

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